Scrum und Religion

Manche Menschen in der IT-Industrie neigen zu einem gewissen Fanatismus. Im Bereich der agilen Methoden ist dieses Übel leider häufig verbreitet, besonders die XP’ler übertreiben es IMHO teilweise. Auch in der Scrum-Mailingliste kommt es immer wieder zu Diskussionen, in denen über Scrum geschrieben wird, als ob es eine Religion oder eine Sekte wäre.

Ja ich weiss, dass Pragmatismus auch zur Verwässerung einer Idee beitragen kann – allerdings verfolge ich dann lieber einen “Scrum-like-Prozess” als einen fanatisches Scrum, welches als Grundlage das amerikanische “if you can’t change it – leave it” hat. Manche Dinge kann man eben nur langsam ändern und sicherlich passt Scrum auch nicht überall.

Im konkreten Fall geht es darum, ob es einen “Agilen Projektmanager” geben kann. Laut Rollenbeschreibung in Scrum nicht. Ich erinnere mich aber noch an eine Konferenz zur Langzeitarchivierung in der Deutschen Bibliothek. Dort forderte ein Experte, dass alles digitalisiert werden sollte – schliesslich sind nur die Texte relevant. Unter den IT-Experten hat diese Forderung eine Menge Zuspruch bekommen (” … warum sich mit dem ganzen Papier herumschlagen – brauch man doch laut Definition nicht …”).

Ein paar Tage später habe ich dann einen Artikel über Zeitungen aus dem 18. Jahrhundert gelesen und welche wertvollen Informationen aus dem PAPIER gewonnen wurden (Zusammensetzung, Stand der Technik, Aufbewahrung, Bewaldung der Ursprungsregionen, Arbeitsbedingungen, …).

Für mich ein Fazit: Vielleicht braucht man im Scrum-Universum keinen “Projektleiter” – allerdings deckt Scrum als Methode auch nicht alle anfallenden Aufgaben in einem Unternehmen ab.

3 thoughts on “Scrum und Religion

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  3. Ich habe den ersten Post auf scrumdevelopment gelesen. Und die zweite: “I would suggest therapy”. Volltreffer!

    Das ganze ist ein schönes Hühnerfest: Mann begibt sich im Huhnerstall, wirft den hungrigen Hühner ein paar Kernen zum essen und beobachtet, wie sie alle herumrennen, wie die Fetzen fliegen und wie sie mit einander schreien und streiten.

    Wohl bemerkt, das ganz gescheiht, nicht um die Huhner zu ernähern, sondern um die Beobachter zu unterhalten.

    Stellt sich aber die Frage, wer lässt sich so unterhalten?

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