Das Leben der Anderen …

Was mir immer wieder in der IT-Branche aufgefallen ist, kann am besten als “Das Leben der Anderen” zusammengefasst werden:

  • Der Projektleiter möchte den Entwicklern erklären, welche Werkzeuge und Technologien eingesetzt werden sollen. Dem Vertrieb würde er am liebsten eine andere Kalkulationsmethode vorschreiben und die Vertriebssteuerung ist auch immer falsch – egal welche Kennzahlen genutzt werden.
  • Die Vertriebler wissen natürlich besser, wie ein Projekt geleitet werden soll und fragen sich, warum gerade in ihrem Projekt eine neue Technologie eingesetzt werden muss.
  • Die Entwickler haben genaue Vorstellungen, warum die Vertriebler nur üble Luftpolster sind und wie er Projekte richtig verkaufen sollte. Die Projektleitung würden sie natürlich auch ganz anders machen.
  • Die Geschäftsführung kümmert sich um alles ein bisschen, nur an der Strategie wird nicht gearbeitet. Alle Anderen wissen dafür genau, dass die aktuelle Strategie falsch ist und jeder hat für sich eine (andere) Vorstellung, was verändert werden muss.

In anderen Branchen ist es nicht anders, die Frage ist jedoch – was kann man besser machen?

Plakativ: Konzentration auf die Kernkompetenzen.

  • Projektleiter müssen über Soft-Skills (Kommunikation!) verfügen und ihr Handwerk bei Planung, Controlling, Reporting beherrschen. Sie müssen ganz bewusst in der Rolle einer Drehscheibe agieren und sehr sensibel (aber auch robust) auf ihre Umwelt reagieren.
  • Vertriebler müssen Marktkenntnis und einen guten Draht zu den Kunden haben. Ihnen muss bewusst sein, welche Vor- und Nachteile bestimmte Vertragsarten haben. Durch geschickte Akquisition und Setzen von Anreizen auf Kundenseite muss für volle Auftragsbücher gesorgt werden.
  • Die Entwickler müssen ihre Werkzeuge und Technologien beherrschen. Ein Team ohne automatische Tests und Build-Server sollte sich zunächst auf diese grundlegende Dinge konzentrieren bevor ausgiebig über Akquisitionsstrategien diskutiert wird. Die Produktivität muss passen.
  • Die Geschäftsführung muss wissen, wohin die Reise gehen soll und die Organisation dahingehend ausrichten.