Investitionen in einen Product Owner

Joe Little schreibt in “Should we invest in a better Product Owner?” …

If you assume that a better Product Owner can:
* increase the value of Product Backlog items (stories) by 20% on average
* identify the Pareto curve partially in the Product Backlog, so that an 85-33 rule applies
* and if we assume that the team costs about $1,000,000 per year (all-in) and delivers, before the better PO, about $3,000,000 per year…

Was ich dazu meine? Der Product Owner kann ganz schön viel Mist bauen und mit den falschen Entscheidungen das Team perfektes “Muda” (Abfall/Quatsch) erzeugen lassen. Geld zum Fenster raus eben. Aber natürlich befindet sich der Product Owner hier in bester Gesellschaft mit anderen Managern.

Jetzt glaubt Joe allerdings, mit einem Kurs zum Certified Product Owner wäre das Problem gelöst:

So, how much could you afford to invest in that better PO to get those results? Probably more than $1,500 (eg, for a Certified Product Owner course).

Ok,ok – der Realitätsverlust ist doch nicht so groß:

… I suspect that most Product Owners need more than just the course to get those results …

Den nächsten Ansatz finde ich allerdings sehr gut: Coaching!

… perhaps some coaching from someone really good

Leider gibt es dies zu selten. Ich meine das Coaching, “someone really good” und natürlich jemanden der wirklich gut ist und Zeit für Coaching hat ;-)

Jup, und er hat Recht – wenn der PO in einem Cost Center angesiedelt ist, dann ist auch das problematisch. Man denkt nicht wirklich in Business Value sonder erfüllt andere Zielvorgaben.

  And thus they have no concept of BV delivered by IT, much less metrics around that.

Was ich auch immer wieder erlebe:

  • Product Owner aus dem Marketing / Vertrieb ohne Einsicht, dass beispielsweise auch die technischen Aspekte berücksichtigt werden müssen (technical debt) um auch langfristig gute Ergebnisse zu erzielen
  • Product Owner die aus der IT Abteilung kommen ohne echtes Verständnis für Business Value und den treibenden Kräften in einem Markt.
  • Product Owner die entweder die Ideen hinter Scrum nicht verstehen (wollen) oder ganz und gar an den Lippen freiberuflicher Berater hängen.

Was hilft? Ausbildung in den Bereichen Marketing, Vertrieb, IT/Informatik und allgemeine Betriebswirtschaft. Danach kontinuierliches Coaching und Weiterbildung. Dafür muss der PO von der Persönlichkeitsstruktur her geeignet sein. Die Anforderungen hat IMHO Christian Schmidkonz in seinen Präsentationen (Beispiel) zur Scrum-Einführung bei der SAP gut zusammengefasst. Personen mit solchen Skillsets gibt es nur selten – und diese sind meist freiberuflich tätig.

Zusammenfassung

Ein guter Product Owner ist ein kritischer Erfolgsfaktor, schon alleine weil ein schlechter PO alle Stärken eines Spitzenteams und eines hervorragenden Scrum Masters zunichte machen kann.