SUGK: Zusammenfassung Treffen April

So, gestern war das zweite Treffen der Karlsruher Scrum User Group (Wiki-Seite). Wieder waren mehr als 20 Interessenten dabei.

Das Treffen fand diesmal im Wolfsbräu statt. Ein Gag der ein Foto verdient- Pizza Calzone mit Augen:

calzone-watching

Zurück zu den Themen und der Diskussion:

Agile Verträge

Jürgen Hoffmann hat unter der Überschrift “Agile Verträge” das Vorgehen der Firma CodeSprinters vorgestellt, deren Vortrag er auf dem Scrum Gathering in Stockholm gehört hat.

Letztendlich basiert der vorgeschlagene Ansatz auf einer Art Dienstvertrag, d.h. es wird im Sprint-Rhythmus nach Aufwand (Stunden) bzw. Entwickler abgerechnet. Um den Kunden die Entscheidung für einen solchen Vertrag zu erleichtern, gibt es ein paar Rahmenbedingungen, die eingehalten werden sollten. So sollten die eingesetzten Team-Mitglieder nur an einem Projekt arbeiten und der Kunde soll zu jedem Zeitpunkt Zugriff auf den aktuellen Arbeitsstand (SVN) inkl. aller Artefakte (z.B. auch interne Dokumentation) haben. Der Kunde sollte eng eingebunden werden, im besten Fall wie es Scrum vorsieht: Direkt als Product Owner. Die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden führt jedoch dazu, dass elektronische Helferlein eingesetzt werden müssen: Scrum Planning Tools statt dem guten alten Task-Bord mit PostIts. Dies ist zumindest der Fall, wenn Kunde und Team nicht im gleichen Gebäude arbeiten:

  • Project repository – it’s client’s code after all.
  • Test system – they should see what changes.
  • Scrum tool – backlogs, tasks, burndowns, etc.
  • Bug tracking – they must go somewhere.
  • Project Wiki or other documentation.

Quelle: Selling agile Scrum based Services

INHO sicherlich ein guter Weg, falls der Kunde wirklich dazu gebracht werden kann einen Vertrag nach Aufwand zu unterschreiben. Leider ist oft nicht möglich, da der Kunde auf Festpreisangebote besteht und nicht Dienstleistungen erwerben möchte sondern eine “fertige Lösung”. Die Probleme von Festpreisprojekten wurden kurz andiskutiert.

Weitere interessante Informationsquellen für den Themenkomplex “agile Vertragsgestaltung” sind beispielsweise:

Leider kenne ich keinen Vertriebler, der sich ernsthaft mit diesen Themen beschäftigt. Festpreis und bei Problemen dann Bashing Richtung Projektleitung / Entwicklungsteam ist ja schließlich ein Pattern, welches schon immer funktioniert hat ;-)

Product Owner als Nebelschwade

Nach dem kurzen Vortrag gab es dann Diskussionen an jedem Tisch. Letztendlich bin ich wieder beim Thema “Product Owner” gelanden, schließlich ist dieses auch sehr ergiebig. Schönes Bild: Der Product Owner als Nebelschwade, hinter der sich die Komplexität der Organisation verbirgt.

Naja, das Thema Product Owner scheint ja langsam wichtiger zu werden.

2 thoughts on “SUGK: Zusammenfassung Treffen April

  1. Product Owner ist meist immer die benachteiligte Person im Scrum, so wie es sich die Dienstleister vorstellen.
    Die DL philosophieren wie die Großen, aber wollen keine Verantwortung im Entwicklungsprozess übernehmen.
    Wird was nicht fertig, dann wird es einfach in das Backlog verschoben. Verlässlichkeit auf eine Planung kann nicht gewährleistet werden und vieles mehr…
    Könnte Stunden darüber reden…

    Viele Grüße
    Manfred

    • Hallo Manfred,

      ich kenne die Probleme und habe auch das Gefühl, dass viele Dienstleister hier wissentlich die Augen vor der Komplexität und den Herausforderungen/Zwängen verschließen.
      Natürlich gibt es keine einfach Lösung, aber Scrum richtig praktiziert sollte zumindest zunächst transparent machen, wo es Probleme gibt. Typische Soll-Bruchstelle ist die Release-Planung, gerade wenn mehrere Projekte in einem Team bearbeitet wreden müssen und wenn belastbare Termine nach aussen kommuniziert werden sollen.
      Es gibt übrigens mittlerweile einige Literatur zum Thema “Scaling Agility”, u.a. “Scaling Software Agility”[1] von Dean Leffingwell, sowie “Scaling Lean & Agile Development” von Craig Larman/Bas Vodde.

      Gruß
      Felix

      [1] http://scalingsoftwareagility.wordpress.com/

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