Buch: Agile Entwicklungspraktiken mit Scrum

Agile Entwicklungspraktiken mit Scrum

Herausgegeben von Roman Pichler und Stefan Roock mit Beiträgen von Andreas Havenstein, Johannes Link, Bernd Schiffer, Martin Lippert, Alex Bepple, Jens Coldewey, Henning Wolf, Peter Friese und Jutta Eckstein.

“Agile Entwicklungspraktiken mit Scrum”, geschrieben von einigen der bekanntesten deutschen Verfechter agiler Entwicklungsprozesse, ist ein kompakter Überblick über wichtige Entwicklungspraktiken, die eine erfolgreich agile Projektdurchführung erst ermöglichen.

Einige der Praktiken empfinde ich als essentiell (Architekturvision, Continuous Integration) oder sehr wichtig (Refactoring, Inkrementeller Entwurf, Pair Programming und Collective Ownership), für andere empfinde ich lediglich eine gewisse Neugier (Dojos und Kata), was daran liegen mag, dass ich nicht mehr aktiv programmiere. In Summe enthält der vorgestellte Katalog für agile Entwickler wichtige Anregungen zur weiteren Professionalisierung. Dies ist wichtig, da nur mit professionellen und stets nach Verbesserung strebenden Entwicklern agile Prozesse funktionieren können.

Überblick über die besprochenen Themen:

  • Architekturvision
  • Inkrementeller Entwurf
  • Continuous Integration
  • Testgetriebene Entwicklung
  • Refactoring
  • Automatisierte Refactorings
  • Automatisierte Akzeptanztests
  • Pair Programming und Collective Ownership
  • Dojos und Katas
  • Modellgetriebene Entwicklung
  • Verteilte Entwicklung

Mein Fazit: Das Buch ist eine Empfehlung, vor allem, wenn moderne (agile) Entwicklungspraktiken im eigenen Unternehmen noch nicht stark verbreitet sind. Es gibt einen guten Überblick und eine Menge Anregungen. Zur Vertiefung greift man dann zu der entsprechenden Spezialliteratur.

Ähnlich sieht es auch mein aktueller Projektkollege Fabian Kiss:

“Die im Buch vorgestellten Praktiken mögen größtenteils zum alten Eisen der agilen Softwareentwicklung gehören. So könnte man meinen, es handle sich um die übliche aufgewärmte Agile-Literatur, die kaum neues an inhaltlicher Substanz bietet und dabei inflationsgemäß Scrum mit agiler Entwicklung im Allgemeinen gleichsetzt. Auch wenn der methodische Bezug einzelner Praktiken zu Scrum tatsächlich manchmal etwas beliebig und eher didaktisch motiviert erscheint, überzeugen die Autoren mit einer klaren Botschaft: Scrum allein reicht nicht aus. Es kommt von Haus aus nicht mit einer Anleitung zum Einsatz konkreter softwaretechnischer Praktiken daher. Projekte, die mit Scrum als Projektmanagement-Framework ausgeführt werden, schlagen ohne ein maßgeschneidertes Komplement aus solchen Praktiken früher oder später fehl. Neben den von XP bekannten Verdächtigen wie Pair Programming, Refactoring und Test-First-Ansätzen schlagen die Autoren hierfür auch Praktiken wie Katas oder Modelgetriebene Entwicklung vor, welche im agilen Milieu (noch) eher selten vorzufinden sind. Insgesamt ist das Buch als knapp gehaltene, dafür aber relativ umfassende Übersicht über Scrum-konforme technische Praktiken zu empfehlen. Zum einen enthält es behutsam ausgewählte Verweise zu weiter ins Detail gehender “Pflichtlektüre”, zum anderen werden aber auch jede Menge aktuelle Tools besprochen, mit welchen die Praktiken erfolgversprechend umgesetzt werden können. Also nicht nur was für Scrum-Novizen!”