Was ist das Problem mit unseren Unternehmen?

Gestern hat mich Konstantin auf das Stoos Network (Twitter: #stoos) hingewiesen: Im Januar 2012 hat sich eine Gruppe von 21 Personen aus unterschiedlichen Bereichen und von vier Kontinenten im schweizerischen Stoos getroffen, um  darüber zu diskutieren, was in unserem Wirtschaftssystem und besonders in unserer Führungskultur schief läuft und wie Alternativen aussehen.

Reflecting on leadership in organizations today, we find ourselves in a bit of a mess. We see reliance on linear, mechanistic thinking, companies focusing more on stock price than delighting customers, and knowledge workers whose voices are ignored by the bosses who direct them. All these factors are reflected in the current economic crisis, increased inequity, bankruptcies and widespread disillusionment.

Interessant ist auch eine Grafik (“What is the problem?“) die im Rahmen einer Session entstanden ist, die der Frage nachging, warum Unternehmen sich ändern müssen. Probleme und deren Ursachen und Wirkungen aufeinander werden in der Grafik übersichtlich visualisiert. Nicht mit jedem Punkt bin ich einverstanden, es riecht hier und da auch nach zu starker Vereinfachung und müsste erläutert werden (ist auch “work in progress”).

Das Thema habe ich schließlich am Frühstückstisch aufgegriffen und meine Frau hat es prägnant zusammen gefasst:

Heute ist das Schicksal des Führungspersonals nicht mehr mit dem des Unternehmen und dem der einfachen Angestellten verbunden.

Dadurch, dass es jederzeit möglich ist, dass sich die Schicksale von Entscheidungsträgern und Ausführenden trennen, müssten Nachhaltigkeit und das Einhalten eines ethisch-moralischen Wertesystems explizit als Ziele definiert werden, an denen das Führungspersonal streng gemessen wird.

Nachhaltigkeit ist jedoch beispielsweise in der heutigen Welt als Ziel schwierig zu formulieren (Nachhaltigkeit in welchem Kontext? Unternehmen? Region? Nation? Kontinent? Welt? …). Gleiches gilt für viele ethische Grundsätze, die für ein weltweit operierendes Unternehmen gelten sollen. Deshalb unterbleibt dies häufig oder es wird nur mit nutzlosen Floskeln im Rahmer der Corporate Governance gearbeitet. Die intrinsische Motivation entfällt, die extrinsische ist nicht zielgerichtet.

Das Ergebnis ist ein zunehmender Selbstbezug des Führungspersonals. Es werden Entscheidungen getroffen, die schnelle Gewinne versprechen und die Nachhaltigkeit wird ausgeblendet (“Nicht mehr mein Problem”).