Buch: Der Ultimative Scrum Guide

Mittlerweile gibt es zu Agile und Scrum eine unübersehbare Anzahl an Büchern, egal ob für Neulinge in diesem Gebiet als auch für Experten, die ihr Wissen in bestimmten Spezialgebieten weiter vertiefen wollen. Die meisten Bücher bestehen allerdings mindestens zur Hälfte aus den immer gleichen grundlegenden Informationen zu Scrum / Agile. Dies ist auch bei dem vorliegenden Buch der Fall.

Mit dem Titel “Der Ultimative Scrum Guide” weckt das von wibas GmbH erstellte Buch Erwartungen, die nicht erfüllt werden können, gibt es doch mit “The Scrum Guide” eine kostenfreie Alternative, in der alle wesentliche Elemente von Scrum beschrieben sind. Die im “Der Ultimative Scrum Guide” enthaltenen Informationen sind zudem Kennern von Scrum/Agile im Allgemeinen bekannt und es wird nichts grundsätzlich Neues aufgezeigt, sondern eine Sammlung bewährter Praktiken präsentiert.

DerUltimativeScrumGuide

Trotzdem ist dieses Buch besonders erwähnenswert und kann einen sehr wertvollen Beitrag zur Etablierung agiler Ansätze in der eigenen Organisation liefern. Der Grund hierfür ist einerseits die Kürze als auch die Präsentation des Inhalts: Das Buch wirkt mit den ganzseitigen Fotos und dem gelungenen grafischen Design auf den ersten Blick nicht wie ein detailverliebtes Fachbuch und genau dies ist seine Stärke.

Die präsentierten Konzepte sind grundsätzlich bekannte, bewährte Praktiken und stellen wichtige Elemente für eine erfolgreiche die Implementierung von Scrum dar. Durch die Kürze und die Gestaltung hat das Buch jedoch das Potential Leser in einer Leserschicht anzusprechen, die die immer gleich gestalteten “Scrum Fachbüchern” nicht lesen. Gerade für Manager, die nur wenig Zeit aufbringen können und sich schnell einen Überblick über Scrum verschaffen oder zu bestimmten Themen informieren wollen, kann das Buch die richtige Lektüre sein. In diesem Fall ist “Der Ultimative Scrum Guide” eine klare Kaufempfehlung.

Auch Neulinge in Sachen Scrum/Agile werden viele gute Anregungen finden, die sie direkt in der Praxis ausprobieren können.

Ob der Preis von etwas 35 EUR gerechtfertigt ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

 

 

Scrum Team in a Box

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Sitzt man unschuldig am Schreibtisch und kritzelt vor sich hin … schon gibt’s ein Scrum Team im Kästchen … oder Hamsterrad? ;-)

Scrum Team in a Box

Scrum Team in a Box

Hausaufgaben:

  • Bitte die Rollen zuordnen
  • Erklären welche Prozesse/Meetings fehlen
  • Warum taucht nur eine Liste und nicht zwei auf?

 

Agile Tour 2012 – Erstes Mal in Deutschland

 

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Die Agile Tour 2012 kommt nach Stuttgart, und zwar am 22. November 2012

"Agile Tour" ist eine weltweite "non profit" Community Veranstaltung zur Softwareentwicklung nach agilen und Lean Prinzipien. Dieses Jahr kommt die Agile Tour zum ersten Mal nach Deutschland: Am 22. November wird in Stuttgart ein Programm präsentiert, das Themen sowohl für Anfänger agiler/lean Prinzipien als auch Fortgeschrittene enthält.

Die Ziele der Agile Tour sind:

  • Wissensaufbau, Wissensaustausch
  • Austausch von Erfahrungen und Best Practices
  • Möglichkeit zum Netzwerken, Kennenlernen von Gleichgesinnten und Experten

Themenschwerpunkte

Schwerpunkt sind Themen die besonders für größere Unternehmen von Bedeutung sind.

So wird in mehreren Vorträgen auf Agilität im Großen eingegangen, u.a. wird das “Scaled Agile Framework” vorgestellt:

  • Ursprung und Bedeutung von Agilität
  • Planen in agilen Projekten
  • Scrum & Kanban kombinieren
  • Klassisches Projektmanagement & Scrum
  • Das agile Unternehmen
  • Kurzeinführung Scaled Agile Framework (SAFe)
  • SAFe und Tooling
  • Agilität und (Unternehmens-)Kultur

Das detaillierte Programm befinden sich hier.

Da beide deutschen SAFe Program Consultants (SPCs) und einige anderen Experten für das Scaled Agile Framework teilnehmen, ist diese Veranstaltung auch eine gute Gelegenheit über mögliche Anwendbarkeit von SAFe als Basis für das agile Portfolio- und Programm-Management im eigenen Unternehmen zu diskutieren. Ich freue mich auf jeden Fall darauf!

Organisation

Die Agile Tour in Stuttgart wird von den Moderatoren des ScrumTisch’s Stuttgart organisiert. Die Teilnahme ist mit einem Unkostenbeitrag von 50 € (inkl. MwSt.) verbunden, was für das gebotene Themenspektrum unglaublich günstig ist. Dieser Beitrag beinhält zudem Essen und Getränke.

Meine Empfehlung: Teilnehmen!

 

Weitere Infos unter www.agiletour.de

Rosskur für neue Scrum Teams

Schock! … lass nach? Nicht wenn es nach Scott Downey bzw. Jeff Sutherland geht.

In dem Artikel Scrum “Shock Therapy” How To Change Teams FAST beschreibt Scott, wie er Teams schnell auf den richtigen Weg bringt. Seine Rosskur sieht wie folgt aus:

  • Jeder wird in Scrum geschult
  • Sprints sind eine Woche lang
  • Definition of Done wird vorgegeben und resultiert in “produktionsreif”
  • Schätzungen nur in Story Points
  • Physischer Information Radiator / Scrum Board und KEINE PM Software
  • Sprint “Planning” (naja, eigentlich alle “großen Scrum Meetings” zusammen) dauert 4 Stunden, jede Woche
    • Demo
    • Retrospektive
    • Vorstellung Planung / Product Backlog
    • Schätzungen und Verhandlungen
    • Committment auf Sprint Planung

Jupp, passt. Jeder, der eine solche Rosskur einmal erfolgreich mitgemacht hat, versteht welches Potential darin verborgen ist, schnell vorhandene Denkmuster, Widerstände und Verhaltensweisen zu durchbrechen. Hierbei hilft es sehr, ein externer Coach zu sein und nicht der Scrum Master mit dem das Team dann langfristig zusammen arbeitet.

Cheers!

 

SLM: Agile Antipatterns

Ein sehr unterhaltsames Video wie ein Scrum Master nicht arbeiten sollte findet ihr hier:

“Sh*t bad Scrum Masters Say”

Hier ein paar Auszüge:

    • “Awsome guys! This was our fastest daily standup – it was only 40 minutes! Yeah!”
    • Manager –> Scrum Master: “I was reading about Scrum – Scrum is about going faster! What is taking so long?!”
    • “There is no way that this story is a 13 – it’s more like a 2!”

Interessant dabei ist, dass wohl jeder von uns auch schon das eine oder andere Mal diese Fehler begangen hat.

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Ein ähnliches Video über ein fragwürdiges Daily habe ich schon 2008 verlinkt

 

AgileEE2011: Videos der Keynotes online

Die wichtigsten Vorträge der Agile Eastern Europe 2011 werden jetzt nach und nach ins Netz gestellt. Die Videos sind alle sehr gelungen und die Präsentationen sind ebenfalls abrufbar.

Neben den Keynotes von Alistair Cockburn (Effective Software Development In The 21st Century: The New Face Of Software Engineering), J. B. Rainsberger (The Extreme Decade: Progress, Pain, Paradox”) und Jurgen Appelo (“How to Change the World”) jetzt auch die Keynote von

Elisabeth Hendrickson (Blog).

Ihre Session mit dem Titel "Agile Testing, Uncertainty, Risk, and Why It All Works" ist deshalb so interessant, da sehr eindrücklich der Wert von kurzer Zyklen und echten Auslieferungen erläutert wird.

Die Argumentation ist in etwa wie folgt:

  • No roll out to real customers –> Speculation build up –> big tank of toxic stuff
  • Speculation we are basing our decisions on
  • Fact is: Empirical Evidence trumps Speculation. Every. Single. Time.

 

Keynote by Elisabeth Hendrickson from AGILEEE on Vimeo.

Es gibt noch viele weitere Anregungen in dem Talk, weshalb ich empfehle das Video und die Präsentation in Ruhe anzusehen.

Technische User Stories

Das letzte Treffen der SCRUM User Group Karlsruhe hatten das Product Backlog als Thema.

Es dauerte nicht lange, bis auch darüber diskutiert wurde, ob Dinge, die keine User Stories sind, in ein Product Backlog gehören. Dies ist nicht ungewöhnlich – an der Frage, ob es technische Stories in einem Scrum Product Backlog geben darf scheiden sich bekanntlich die Geister.

Ich schaue mir das Hin- und Her jetzt mehr als 6 Jahre an und ehrlich gesagt – mich langweilt es. Die einen verkaufen den Ansatz “nur Kundenanforderungen im Backlog”, die anderen beharren darauf, dass auch technische Themen explizit im Backlog zu platzieren sind.

Die einen sagen “technische Themen müssen autmatisch miterledigt werden”, die anderen weisen darauf hin, dass dies bei vielen Themen nicht möglich ist.

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