Sequenzdiagramme im Netz – Beispiel Angebotsprozess

Sequenzdiagramme sind hilfreich, um Abläufe und daran beteiligte Akteure zu visualisieren. Als Teil der UML werden Sequenzdiagramme von diversen Modellierungswerkzeugen unterstützt.

Vor einiger Zeit bin ich auf einen netten Dienst im Internet gestoßen: WebSequenceDiagrams.com. Aus einer einfachen textuellen Beschreibung werden Sequenzdiagramme erstellt.

Beispiel: Angebotsprozess in Unternehmen

Der Angebotsprozess in den meisten Unternehmen lässt sich ebenfalls in einem Sequenzdiagramm visualisieren. An dieser Stelle geht mein Dank an Andreas L., der meine rudimentäre Skizze des Prozesses in eine umfassende und universell gültige Beschreibung des Angebotsprozesses überführt hat. Andreas, wolltest Du nicht schon länger den einen oder anderen Artikel schreiben? Dann könnte das Niveau dieses Blogs endlich wieder steigen! ;-)

Here we go:

Kunde->Vertrieb:Anfrage
Vertrieb->Projektmanagement:Abschaetzung
Projektmanagement->Entwicklung:Abschaetzung
Entwicklung->Projektmanagement:Keine Zeit
Projektmanagement->Vertrieb:Keine Zeit
Vertrieb->Projektmanagement:Abschaetzung jetzt!
Projektmanagement->Entwicklung:Abschaetzung jetzt!
Entwicklung->Projektmanagement:Abschaetzung geraten
Projektmanagement->Vertrieb:Abschaetzung geraten
Vertrieb->Projektmanagement:Zu Teuer
Entwicklung->Projektmanagement:Keine Leute
Qualitaets-\nmanagement->Projektmanagement:Zu Schlecht
Senior\nManagement->Projektmanagement:Alles ganz einfach
Projektmanagement->Vertrieb:Funktioniert so nicht
Vertrieb->Projektmanagement:Ist strategisch!
Projektmanagement->Vertrieb:Na dann!
Vertrieb->Vertrieb:Kaffeesatz
Vertrieb->Kunde:Kein Problem!

 

Das Ergebnis ist ein Sequenzdiagramm, hier im Stil “napkin” gehalten:

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Verbesserung der Produktivität durch Scrum

Die Scrum-Evagelisten argumentieren, dass mit Scrum die Produktivität deutlich erhöht werden kann. Dies geht soweit, dass z.B. Jeff Sutherland die Meinung vertritt (Vortrag als PDF), dass Risikokapitalgeber nur noch in Firmen investieren sollten, die mit agilen Methoden (Scrum, XP) arbeiten. Diese Meinung wird auch in verschiedenen Scrum-Blogs (z.B. Scrum Breakfast) aufgeriffen

Jeff verweist darauf, dass diese Firmen im Vergleich zu “anderen” (die Vergleichsgruppe wurde IMHO nur ungenau spezifiziert) deutlich produktiver ist und damit die Chancen für ein erfolgreiches Investment deutlich steigen.

Meine Kritik

Grundsätzlich teile ich die Auffassung, dass gerade für Neugründungen (die typischen Abnehmer für Risikokapital) in den meisten Fällen agile Prozesse deutliche Vorteile haben. Mich stört jedoch erneut die plakative Art, auch die Begriffe wie “Hyperproduktivität”. Juhu! Endlich geht die Post ab!

Meine Zustimmung

Scrum hat einige wichtige Themen in das Bewusstsein vieler Entscheider gerückt, oder noch besser: Es wurde in vielen Fällen durch die Entwickler oder das mittlere Management in das Bewusstsein des höheren Managements gedrückt, da es oft so nicht weiter gehen konnte.

Meine Vermutung 1

Wie sehen die Prozesse denn heute noch in vielen Organisationen aus? Egal was “drauf steht” (RUP, V-Modell oder irgendetwas anderes) – in den meisten Fällen wurde mehr oder weniger gepfuscht. In vielen Fällen wurden komplexe Prozesse und Abhängigkeiten vom höheren Management per Dekret eingeführt, dann nicht genügend in Schulungen investiert und das mittlere Management und die Entwickler ohne entsprechenden Ressourcen/Spielräume für die Umsetzung der “Dekrete” zurück gelassen. Nach einiger Zeit stellt man fest, dass es nicht funktioniert und es werden neue unsinnige Versuche unternommen.

Meine Vermutung 2

In solchen Situationen hilft Scrum durch seine (scheinbare?) Einfachheit. Mit den wenigen Rollen, den (scheinbar) einfach zu verstehenden Grundsätzen und seinen kurzen Zyklen die in messbaren Ergebnissen münden (sollen) wird schnell ein für alle verständliches Regelwerk etabliert. Über Details wird in den allermeisten Fällen lange und konträr diskutiert – aber die Grundlagen sind da und die Einhaltung der grundlegenden Regeln kann auch recht einfach kontrolliert werden.

Meine Vermutung 3

Wenn man die Beiseitigung offensichtlicher Produktivitätskiller ausklammert (die mit Scrum oft noch schneller und besser identifiziert und benannt werden könnnen) ist es trotzdem ein langer Weg zu nachhaltigen sehr deutlichen Produktivitätssteigerungen. Mit Scrum ist jedoch eine Methode gegeben die Wert darauf legt, Business Value (wie auch immer das im konkreten Fall definiert ist) zu erzeugen und alle Hindernisse aktiv anzugehen. Es liegt letztendlich in den Händen der beteiligten Personen das Maximum an (langfristiger) Produktivität zu erreichen. Hierzu wird langfristig auch die Organisation durch Scrum beeinflusst werden und für die Erreichung sehr hoher Produktivitätslevel wird auch die Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber/Kunden sich ändern.